Bereits vor zwei Tagen habe ich eine SMS mit einer charmanten Einladung für Samstag bekommen. Es soll nachmittags in eine Ouzeri in Samos-Stadt gehen und so ein Angebot können wir natürlich nicht ablehnen. :-)
Nun wäre aber noch der Vormittag sinnvoll zu verbringen und wir beschließen, eine kleine Runde durch die nähere Umgebung zu machen. Über Koumaradei fahren wir zunächst zum Kloster Timiou Stavrou und haben Glück: Das Tor steht offen und es herrscht reger Betrieb unter den Arkaden vor der Kirche. Unzählige Frauen mittleren bis gehobenen Alters haben sich zusammengefunden und polieren, selbstverständlich bei angeregter Unterhaltung, die Silberschätze des Klosters. An einer anderen Ecke wird laut auf Albanisch diskutiert, hier sind Bauarbeiter mit der Renovierung der Kirchenmauern beschäftigt.
Eine Runde durch Pythagorion und eine Runde durch Samos-Stadt, das war’s.
Abends dann wie immer Essen im “Agkira” und Schlummertrunk auf der Platia von Ireon…
“Christus ist auferstanden”, so grüßt man sich am heutigen orthodoxen Ostersonntag auf Samos, wie auch im restlichen Griechenland.
Die letzte Nacht war lang für die Griechen. Nach der Ostermesse, die mehrere Stunden dauert und dem unvermeidlichen, stark schwarzpulverhaltigen Feuerwerk, wollte noch die traditionelle Ostersuppe “Magiritsa” verspeist werden. Diese besteht zum größten Teil aus Innereien vom Lamm oder Zicklein und ist die erste Fleischspeise nach der langen Fastenzeit.
Und heute drehen sich überall die äusseren Hüllen der Tiere, die bereits die Suppeneinlage geliefert haben, auf langen Spießen über offenem Feuer. Allein die Vorstellung des Duftes nach kräutergewürztem Gegrillten, der gerade über den samiotischen Dörfern liegen muss, macht Appetit…. ;-)
Begonnen haben die Festlichkeiten aber bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit dem Segnen der rotgefärbten Eier, die anschließend bis zum nächsten Osterfest aufbewahrt werden und komischerweise in dieser Zeit nicht verderben.
Am Freitag, dem orthodoxen “Megali Paraskevi” (Großer Freitag), wurde der “Epitaphios”, der Schrein, der das symbolische Grabtuch Christi enthält, mit tausenden von Blüten geschmückt und nach einer nächtlichen Messe in einer Prozession durch den jeweiligen Kirchenbezirk getragen. Anschließend betraten die Gläubigen die Kirche wieder, indem sie unter dem Epitaphios hindurchkrochen, was einen besonderen Segen bewirken soll.
Der engagierte samiotische Videofilmer “Kokkarinos” hat diese Prozession in Samos-Stadt festgehalten und auf YouTube veröffentlicht: