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Mai 2008

Diesmal habe ich zum zweiten Mal meinen Mann Martin und zum allerersten Mal unsere Tochter Vanessa (fast 6 J.) mitgenommen…

1. Tag:

Unser Flieger soll um 6.20 Uhr in Zürich starten, also taumeln wir gegen 4 Uhr morgens im Halbschlaf zu unserem Auto und fahren zweimal um die Ecke, wo mein putzmunterer Vater schon auf uns wartet. Er hat die dankbare Aufgabe, unser Auto vom Flughafen wieder an den Bodensee zurückzulenken, womit wir ca. 100 € Parkgebühren vermeiden. Die Autobahn nach Zürich ist fast völlig leer, so daß wir in der Rekordzeit von 30 Minuten am Flughafen ankommen. Es ist ganz schön frisch und ich freue mich auf die samiotische Sonne.

Diese scheint uns nach einem ruhigen Flug und der Ankunft auf Samos auch gleich freundlich ins Gesicht. Schon bald haben wir unsere Koffer auf dem Trolley und gehen auf den Ausgang zu. Es ist nicht schwierig, das “Yes”-Schild – und am anderen Ende des ausgestreckten Armes das freundliche Gesicht unseres Autovermieters Sandy – zu lokalisieren.

Nun merken wir aber, daß Martin und der Koffertrolley nicht wie vermutet hinter uns waren. Nach einigen Minuten schiebt er sich dann aber doch durch die Menschenmenge. Den Zollbeamten kam der “alleinreisende” Herr mit dem vollbepackten Wagen wohl etwas seltsam vor und sie baten, den Inhalt des Gepäcks sehen zu dürfen…

Da wir nun alles beisammen und samt reichlich Gepäck in dem kleinen Matiz Platz gefunden haben, können wir uns endlich auf den Weg nach Ireon machen.

Wie immer fällt die Begrüßung in der Pension Ermioni äusserst herzlich aus. Wir ratschen ein wenig mit Ulrike, bevor wir unser Zimmer beziehen und eigentlich nur noch auf die Betten fallen…

Nach einem ausgiebigen Schläfchen und einem Spaziergang durch den Ort lassen wir uns in der Taverne “Agkira” mit Kaninchen-Stifadho und geschmortem Hähnchen verwöhnen und den Tag bei einem Gläschen Wein ausklingen.

2. Tag:

Voller Vorfreude setzen wir uns morgens an den Frühstückstisch und werden natürlich auch nicht enttäuscht. Wie immer ist Ulrikes Frühstück das erste Highlight des Tages.

Später fahren wir durch Pythagorion und kurz nach dem Ort den Berg hoch zur antiken Stadtmauer. Es ist herrliches Wetter und nicht zu heiss, so daß wir von unserem Parkplatz aus auf die Kuppe des Kastro-Hügels spazieren. Hier oben blüht es noch wunderbar und ich entdecke sogar einige Orchideen. Überall aus dem Gestrüpp lugen Mauerreste aus riesigen Steinblöcken und Vanessa staunt, als ich ihr zeige, wie groß die Stadt früher einmal war. Wir geniessen die Ruhe und die herrliche Aussicht hinunter auf Pythagorion, den Flughafen und die Ebene von Mytillinii auf der anderen Seite.

Dann geht es weiter zum Psili Ammos Strand.
Der Strand ist fast menschenleer und die Liegestühle und Sonnenschirme sind noch nicht aufgestellt, ein seltener Anblick… Die Luft ist warm genug zum Baden, das Wasser aber Anfang Mai schon noch “sehr erfrischend”. Martin und Vanessa belassen es dabei, die Füße zu befeuchten und mein Bad ist auch nur sehr kurz. Dann machen wir es uns auf unserer Decke unter einer Tamariske gemütlich. Bald frischt der Wind auf, der Sand fängt an zu fliegen und es wird unangenehm kühl. Wir gönnen uns einen kleinen Imbiss und fahren zurück nach Ireon, auf Kaffee und Eis bei Susi und Yiannis im Cafe Omikron.

Abends probieren wir die neue Taverne “To Steki” an der Uferpromenade aus und sind sehr angetan vom guten und sehr freundlichen Service (zum Gedeck gehören neben frischem Brot auch Knoblauchbutter, Olivenpaste und eine Flasche Wasser), den leckeren Speisen und der schönen Lage am Meer, windgeschützt durch eine Art Wintergarten. Besonders überrascht und erfreut waren wir über die Tatsache, daß sich Service und Ambiente nicht im Preis niederschlagen…

3. Tag:

Wie vom Wetterbericht vorhergesagt, hängen dicke Wolken über Ireon und es regnet immer wieder. Aber bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung… Also fahren wir nach dem Frühstück nach Pythagorion um ein wenig zu bummeln. Immerhin können wir uns bei plötzlichen Regengüssen dann in die Geschäfte zurückziehen. Zum Glück nieselt es aber nur leicht und wir spazieren ein wenig durch den Ort und schauen in den einen oder anderen Laden. Vanessas nicht so besondere Laune erhellt sich schlagartig, als sie den schönen Spielplatz auf der östlichen Mole entdeckt.

Nachdem sie alle Spielgeräte ausprobiert hat, gehen wir um die Ecke zum Remataki-Strand, wo wir uns im “I Trata” ein kleines Mittagessen genehmigen. Es ist ganz schön kühl und der Strand, an dem es sich sonst hauptsächlich rötlichbraune skandinavische Urlauber gemütlich machen, ist menschenleer.

Den Rest des Tages verbummeln wir in Ireon und verkosten abends zur Abwechslung die Pizzen im “Karavopetra” an der Platia.

4. Tag:

Das Wetter ist heute ein wenig freundlicher, also wagen wir einen größeren Ausflug. Über Pyrgos fahren wir nach Karlovassi, finden die richtige Richtung ausnahmsweise ohne uns zu verfahren und auch die sehr enge Abzweigung nach Paleo Karlovassi zwischen zwei Häusern entdecken wir auf Anhieb. Hier oben ist nicht viel los, die Einheimischen sind unter sich und wir finden problemlos einen Parkplatz auf der unteren Platia. Wir folgen dem Wegweiser zur Agios Antonios Höhle. Hierüber ist in den Reiseführern und im Internet wenig zu erfahren und das hat mich natürlich sehr neugierig gemacht. Vanessa ist einverstanden für eine spannenden Höhle mal ein Stück zu laufen, somit wäre dieses Thema auch schon geklärt…

Durch Oliven- und Obstgärten geht es stetig leicht bergan. Bald nach dem Ortsausgang klebt die Agii Anargyri – Kapelle rechts an der Felswand. Wir werfen einen Blick hinein und tatsächlich besteht die rechte Seite des Kirchleins aus dem gewachsenen Felsen.

Weiter geht es, der Feldweg führt nun durch lichte Wäldchen und Gebüsch. Wir begegnen einigen Ziegen, die uns nur widerwillig den Weg freimachen. Die Ziegenhirtin erwidert unseren Gruß jedoch freundlich.

Nach einer Steigung kommen wir auf eine Art Schotterplatz mit einem Bildstock auf der rechten Seite. Hier weist ein Schild in griechischen Buchstaben auf den Weg zur Höhle.

Zwischen einigen Bäumen hindurch gelangen wir auf einen Felspfad, der recht steil abwärts führt. Vanessa hat großen Spaß am hinunterhüpfen und ist für die bisher “viel zu lange” Wanderung entschädigt. Nach einer Weile entdecken wir rechts zwischen Bäumen den Höhleneingang. Drin ist es stockdunkel (logisch…), aber wir haben ja eine Taschenlampe dabei… Oh… Vielleicht hätten wir die Batterien vorher mal testen sollen…

Wir tasten uns also im funzeligen Restlicht der Lampe tiefer in die Höhle. Der Boden ist relativ eben, so daß es nicht wirklich gefährlich und auch für Kinder problemlos zu machen ist. Nur die Höhlendecke ist an manchen Stellen etwas niedrig, so daß wir Erwachsenen hauptsächlich in gebückter Haltung unterwegs sind.

Überall sind kleinere Tropfsteinformationen zu sehen. Nichts Spektakuläres, aber doch recht interessant. Im hintersten Winkel der Höhle entdecken wir dann auch die kleine Höhlenkapelle. Ich kann noch einige Fotos machen, bevor unsere Taschenlampe droht, ganz zu versagen und wir uns lieber wieder auf den Weg zum Ausgang machen.

Wieder oben auf dem Feldweg angekommen, entscheiden wir uns gegen das Weiterwandern bis zum Potami-Strand und gehen den selben Weg wieder zurück nach Paleo Karlovassi. Zum Glück gibt es auch dort einen Kinderspielplatz und während Vanessa alles ausprobiert, geniessen wir die herrlich Aussicht auf den alten Ort, die Agia Triada – Kirche auf der Felskuppe und das Meer dahinter.

Anschliessend fahren wir auf der Küstenstraße nach Osten und biegen nach Agios Konstantinos ins Nachtigallental ab. Vanessa klagt über “Magenprobleme” wegen den vielen ungewohnten Kurven und wir machen vorsichtshalber eine kurze Pause am Straßenrand, bevor wir die Serpentinen nach Manolates in Angriff nehmen.

Nachdem wir ohne Nothalt auf dem Parkplatz des Ortes angekommen sind, ziehen wir uns fröstelnd die Strickjacken über. Bisher war es angenehm warm, aber inzwischen hat sich der Himmel bewölkt und hier oben ist es verflixt kalt.

Wir steigen die steilen Gassen hinauf und folgen dabei immer den Wegweisern zur Taverne “Loukas”. Ich bin schon gespannt, ob sich in den 4 Jahren, seit ich das letze Mal hier oben war, etwas geändert hat, stelle aber fest, daß alles beim Alten ist.

Das Lokal ist wie immer gut besucht, die Aussicht ist allerdings wegen des trüben Wetters heute nicht ganz so grandios. Trotzdem lassen wir es uns schmecken und Vanessa freut sich über die VIP-Behandlung, die Wirt Loukas ihr zuteil werden lässt (wie allen Kindern, aber das wird natürlich nicht verraten… ;-).

Auf dem Rückweg folgen wir der Küstenstraße bis hinter Kokkari und nehmen dann die Abkürzung über den Hügel bei der Mülldeponie, die uns über Mytillinii nach Chora in den Marinopoulos Supermarkt führt. Wir erstehen etwas Käse, Würstchen und Tomaten, was uns nach dem Mittagessen bei “Loukas” als Abendbrot völlig reicht.

5. Tag:

Heute lassen wir es langsam angehen und frühstücken gemütlich und ausgiebig.

Dann fahren wir nach Samos-Stadt und stellen das Auto auf dem letztes Jahr entdeckten “Parkplatz für Fußkranke ;-)” ab. Meine Lieben haben Durst, also führt uns unser Weg erst einmal auf einen frischen Orangensaft bzw. Frappe in den Stadtgarten.

Anschließend bummeln wir ein wenig durch die Einkaufsmeile in Richtung Hafen, wo Vanessa Hunger meldet. Ich erinnere mich an die leckeren belegten Baguettes in der Cafe-Bar des Hotel Samos, also lassen wir uns dort nieder. Ich bin ein wenig enttäuscht, daß es meine erträumten Baguettes nicht mehr gibt. Vanessa ist mit dem empfohlenen Toast einverstanden und erhält zwei Scheiben Toastbrot, die mit Schinken und Käse belegt im “Sandwich-Maker” plattgebügelt wurden. Sie verspeist es mit Genuss, aber ich streiche in Gedanken diese Adresse aus meiner “Lecker-Essen-Liste”.

6. Tag:

Das Wetter wir mit jedem Tag schöner und wir können wieder ohne Strickjacke unter der lauschigen Pergola vor der Pension frühstücken. Heute ist mein Geburtstag und nach den lieben Glückwünschen der ganzen Familie Taleporou finden wir auch noch einige Extra-Leckereien auf dem Frühstückstisch. Ich glaube, seit ich vor ca. 22 Jahren von zu Hause ausgezogen bin, wurde ich nicht mehr so verwöhnt… :-)

Ich habe mich immer gerne an die schöne Wanderung nach Myli vor 2 Jahren erinnert, auf der uns Samoskenner Jörg begleitet hat. Heute möchte ich diesen “längeren Spaziergang” am Flüsschen Imvrassos entlang gerne noch einmal machen.

Ulrikes Tochter Maja hat sich in den letzten Tagen mit Vanessa angefreundet und möchte uns gerne begleiten. Wir finden den Weg unter der Brücke am Ortseingang problemlos und wandern zuerst durch Schilf, dann durch Oliven- und Orangenhaine nach Norden. Hier in der Ebene ist es recht heiss und der Weg zieht sich ganz schön. Die beiden Mädels halten aber angesichts der versprochenen Erfrischungen auf der Platia von Myli tapfer durch.

Endlich angekommen müssen wir leider feststellen, daß in Myli die Saison anscheinend noch nicht begonnen hat. Keine Tische und Stühle und beide Tavernen sind verrammelt.

Immerhin gibt es auch hier einen Spielplatz und wir erfrischen uns aus den mitgebrachten Wasserflaschen und einer Tüte Kekse.

Auf dem Rückweg entdecken wir noch einen winzigen Laden, wo wir für die Mädchen je ein Eis erstehen können. Maja erklärt uns dann, daß es kürzer ist, auf der Straße nach Pagondas nach Ireon zurückzulaufen, also nehmen wir diesmal diese Strecke.

Nach einem kleinen Mittagsschläfchen gehen wir einkaufen, da ich mich für die in bisher 3 Urlauben liebevolle Betreuung durch die Taleporous gerne einmal revanchieren möchte und Ulrike mir ihre Küche zur Verfügung gestellt hat um “Dünnele” (eine badische Zwiebelkuchen-Art) zu backen. Wir fahren also zu Lidl, da ich annehme, dort auf Anhieb alle Zutaten zu finden. Leider streiken jedoch die griechischen Spediteure seit fast einer Woche und die Regale sind beängstigend leer. Im Marinopoulos finde ich aber zu meiner Erleichterung die noch fehlenden Artikel. Zum Glück gelingt auch meine Backaktion und wir stellen begeistert fest, daß griechischer Wein zu diesem badisch-bäuerlichen Gericht ganz hervorragend schmeckt…

7. Tag:

Vor zwei Jahren hat uns der Westen der Insel ganz besonders fasziniert.

Wir beschliessen, heute nach Drakei zu fahren und hoffen, daß sich unsere Tochter inzwischen an die unebenen, kurvigen Strassen gewöhnt hat. Kurz vor Kallithea macht Vanessa ein komisches Geräusch… Der nagelneue Mietwagen wäre also “eingeweiht” und unser Kind nicht mehr vorzeigbar, so daß wir wieder nach Ireon zurückfahren. Vanessa diesmal mit dem Sandeimerchen auf dem Schoss… Wären wir da mal früher drauf gekommen…

Nach einer kleinen Mittagspause kommt uns Maja im Zimmer besuchen und es wird recht turbulent, also gehe ich mit den Mädels für den Rest des Nachmittags an den kleinen Strand beim Fischerhafen. Die Beiden spielen am Wasser und ich stöpsle mir Musik in die Ohren und lehne mich zurück… Aaaaah…

8.Tag:

Ich hatte Freund Uli versprochen, ihn vom Flughafen abzuholen und nach Ambelos zu fahren. Eigentlich sollten Vanessa und Martin auch mitkommen und wir wollten uns bei der Gelegenheit Ambelos und Stavrinides anschauen. Angesichts der Tatsache, daß beides Bergdörfer und nur über sehr kurvenreiche Straßen zu erreichen sind, haben die Beiden aber verzichtet und ich mache mich also nach dem Frühstück alleine auf den Weg zum Flughafen.

Ist schon seltsam, wenn man nicht als Tourist ankommt, sondern sich zwischen Reiseleiterinnen, Pensionswirten und Autovermietern einreiht, um jemanden abzuholen.

Nach einiger Wartezeit entdecke ich Uli in der herausströmenden Menschenmenge und halte ganz professionell mein handgeschriebenes “Uli K.” Schild (Zettel..) hoch…

Es klappt und wir begeben uns zwischen den wartenden Transferbussen hindurch zum Auto.

Ich war noch nie in Ambelos, merke, daß es die Serpentinen ganz schön in sich haben und bin froh, daß Vanessa nicht dabei ist. Aber es ist sehr schön hier oben und ich beschließe, irgendwann mit etwas mehr Zeit wiederzukommen. Nach einer kurzen Hausbesichtigung und einem Frappe auf der Platia muss ich mich nämlich auf den Rückweg machen, bin sowieso schon spät dran und die Lieben warten.

Auf dem Rückweg stöpsle ich den iPod an den FM-Transmitter (ein besonderer Service von “Yes Rent A Car”), drehe die Lautstärke des Autoradios etwas höher als sonst und während der Fahrt kommt endlich richtig Urlaubsstimmung auf. Ich halte ab und zu an, um Fotos zu machen und komme mit gepflegten anderthalb Stunden Verspätung wieder in der Pension an… That’s Greece… ;-)

9. Tag:

Heute empfiehlt das Wetter uns einen Badetag und wir fahren nach dem Frühstück zum Psili Ammos – Strand. Wieder finden wir ohne Probleme einen Parkplatz, obwohl inzwischen der Strand mit Liegen und Sonnenschirmen versehen ist und sich doch schon etwas mehr Menschen dort tummeln.

Wir verbringen einen halben Tag mit Baden, Buddeln und Dösen, bevor wir wieder nach Ireon zurückfahren und den obligatorischen Nachmittags-Abstecher ins Cafe Omikron machen.

Gegen Abend fahren wir mit Ulrike und Maja in die Berge oberhalb von Pagondas, wo Ulrikes Mann Jannis in einem Olivenhain ein Häuschen baut. Als wir erfahren haben, daß dieses dann auch als Ferienhaus vermietet werden soll, sind wir natürlich hellhörig geworden und wollten das Haus unbedingt sehen.

In der Bergeinsamkeit angekommen, stehen wir vor einem traditionellen Häuschen mit einer phantastischen Aussicht auf die Ebene bei Pythagorion, das Meer und die türkische Küste. Ich bin begeistert und sehe mich schon mit einer Tasse Kaffe oder einem Glas Wein und einem guten Buch auf der Terrasse sitzen…

Vielleicht drei Tage in den Bergen und der Rest des Urlaubs in der Pension, das wäre schön… Aber noch ist es nicht so weit…
Jannis werkelt noch am Innenausbau. Vielleicht nächstes Jahr… Ich werde das Projekt auf jeden Fall im Auge behalten…

10. Tag:

Maja hat morgen Geburtstag und Vanessa zu ihrer Party eingeladen. Das hat mich sehr gefreut und ich bin schon gespannt, wie so ein griechischer Kindergeburtstag abläuft. Mir wurde früher schon erzählt, daß die Eltern der kleinen Gäste oft mit dabei sind und zumindest mit Kaffee bewirtet werden wollen… Interessant…

Auf jeden Fall müssen wir heute noch ein Geschenk besorgen und fahren zu diesem Zweck nach Pythagorion. Ulrike meinte, Maja findet alles schön, was glitzert. Na, da hat sie mit Vanessa etwas gemeinsam und wir erklären unsere Tochter daher zur Einkaufsberaterin. Sie macht ihren Job recht clever und wählt für Maja ein rosa Makramee-Armband aus. Natürlich muß sie als Majas Freundin auch so eines haben…

In einem anderen Geschäft finden wir noch eine kleine glitzernde Dose um das Armband zu verpacken und fahren zufrieden nach Ireon zurück.

Nach einem kurzen Mittagsschläfchen gehe ich mit Vanessa an den Ortsstrand, während der Papa noch ein wenig länger “Augenpflege” betreiben darf…

11. Tag:

Heute nutzen wir die Tatsache, daß wir kein Auto mehr haben und schauen uns endlich mal richtig in Ireon um. Es ist schon fast peinlich, daß wir diesen netten, gemütlichen Ort meistens nur als Schlafplatz benutzen.

Das scheint aber den meisten Urlaubern so zu gehen, denn tagsüber sind in Ireon die Einheimischen fast unter sich. Am Abend ist dafür in den Tavernen und Bars noch Einiges los. Vor allem am Wochenende wird es etwas voller und sehr griechisch, wenn die Einwohner der umliegenden Bergdörfer zur abendlichen Volta (”Sehen und gesehen werden…”) herunter kommen.

Ireon wird leider von vielen Reiseführern als “unattraktiv und maximal für jüngeres Publikum geeignet” beschrieben. Das Dorf ist sicherlich Geschmacksache und das Ortsbild nicht mit Kokkari und Pythagorion zu vergleichen. Dafür hat man aber als interessierter Urlauber viel Einblick ins griechische Alltagsleben und viel Platz am Ortsstrand. Ich kann nur jedem Skeptiker raten, einmal einen Samstagabend in Ireon zu verbringen. Lecker Essen in einer der vielen guten Tavernen und anschließend einen Schlummertrunk auf der Platia beim “Leute gucken”…

So, Ortsrundgang ist beendet und eine ganze Menge Fotos für die Trauminsel-Seite sind im Kasten… Zeit für ein Mittagsschläfchen…

Um 17 Uhr beginnt Majas Geburtstagsparty. Tatsächlich sind auch einige griechische Mamas und ein nichtgriechischer Papa anwesend, also bleiben wir zu Vanessas Erleichterung auch da und beobachten das lustige Treiben.

Maja hat sich als Unterhaltungsprogramm Topfschlagen und Wurstschnappen gewünscht, Spiele, die den griechischen Kindern völlig unbekannt sind. Die Geburtstagsparty wird zu einem wilden, lauten und fröhlichen Event.

Kein Wunder, daß Ulrike danach völlig erledigt ist und sich nur noch “ein Gläschen Ouzo” wünscht. Es wird ein sehr lustiger Abend…

12. Tag:

Schon lange wollte ich mal ein wenig auf den Feldwegen spazieren, die auf den Hügel oberhalb vom Papas Beach führen. Also machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Leider ist es ziemlich heiß und Vanessa streikt schon kurz hinter dem Friedhof. Das wollen wir uns im Urlaub nicht antun und kehren lieber wieder um.

Ich gehe mit Vanessa ein wenig an den Ortsstrand zum Baden und wir faulenzen ausgiebig.

Abends treffen wir uns mit Uli im “Agkira”. Ich bestelle meinen dortigen Lieblingswein, den Rosé und Wirt Manolis sagt plötzlich “Ah, now I remember you !”. Anscheinend sind ihm die zwei Damen (Nicole und ich), die im letzte Oktober die Rosé-Vorräte schrumpfen ließen, in Erinnerung geblieben. Na ja, auch ein schlechter Ruf verpflichtet… :-)

13. Tag:

Heute wollen wir uns aber schon noch mal ein Bisschen bewegen und die Dreiviertelstunde zum Aspros Kavos wandern. Es ist mal wieder ganz schön warm und Vanessa hat nicht wirklich Spaß daran, aber läuft tapfer mit.

Ich kenne die Bucht beim weißen Felsentor eigentlich nur menschenleer, aber heute ist der Strand von FKK-Anhängern in Beschlag genommen. Vanessa staunt nicht schlecht, immerhin tragen die Leute in unserem Strandbad am Bodensee immer alle Badekleidung. Ich erkläre ihr, was Menschen bewegt, ihre Hüllen an so einem abgelegenen Strand fallen zu lassen, aber die Sache ist ihr nicht so ganz geheuer.

Also machen wir es uns auf der anderen Seite des Felsens gemütlich, der die Bucht begrenzt. Vanessa klettert begeistert in den weißen Felsen herum und wir füttern die Fische mit Salzstangen.

Abends kehren wir mal wieder im “Karavopetra” ein, da Martin auf der Speisekarte eine griechische Bratwurst entdeckt hat, die er unbedingt probieren möchte. Er bekommt ein Riesenteil von Wurst, die auch noch sehr gut schmeckt, während ich mich über ein Moussaka hermache.

14. Tag:

Was macht eine griechische Familie am Sonntag ? Sie fährt mit Kind und Kegel und einigen Freunden an den Strand zum Baden, Fischen, Plaudern, Essen, Trinken (Wasser ! ;-) und Lachen… Wir freuen uns riesig, als wir gefragt werden, ob wir mitkommen wollen an den Mykali – Strand. Natürlich wollen wir !

Es ist ein wunderschöner sonniger Tag nur das Wasser ist immer noch ein bisschen “frisch”. Am frühen Nachmittag versammeln wir uns alle an einem langen Tisch in der Taverne “Oasis”. Maria schleppt Unmengen von Tellern mit allerlei Leckereien heran:

Gegrillter Octopus, überbackene Garnelen, Tsatsiki, Kalamares, Auberginenpaste, Muscheln mit Reis, verschiedene Salate und… und… und…

Nach dem Essen wird es still am Strand, wo zuvor noch fröhlich geplappert und erzählt wurde. Alle dösen vor sich hin, und genießen den Tag.
Für uns ist dieser Ausflug eines der Highlights unseres Urlaubs. Nur Schade, dass wir morgen schon wieder nach Hause müssen…

15. Tag:

Nach dem Frühstück steht auch schon das Taxi bereit und bringt uns zum Flughafen. Wir sind erleichtert, diesmal einen manierlichen Fahrer erwischt zu haben, nachdem wir vor 2 Jahren mit einem Universalgenie unterwegs waren. Der konnte gleichzeitig Geld zählen und mit dem Handy telefonieren während er einen Bus überholt hat…

Nach einem ruhigen Rückflug kommen wir bei 13°C wieder in Zürich an, wo mein Vater schon mit unserer Familienkutsche auf uns wartet…

Oktober 2007

Auf Samos mit Freundin Nicole

1. Tag:

Wegen einem “leichten Lüftchen” auf Samos ist die Ladung diesmal etwas unsanft ausgefallen, sogar die Flugbegleiter mussten lachen… Die Koffer werden diesmal anscheinend im Rekordtempo ausgeladen, so daß wir schon bald den Flughafen verlassen können.

Wie versprochen erwartet Sandy uns schon, um uns nach Ireon in die Pension Ermioni zu chauffieren. Auch Beate und Hans sind extra aus Kokkari herübergekommen. Unglaublich, das Begrüßungskommittee wird jedes Jahr größer…

Nachdem wir in Ireon angekommen sind und ein wenig mit Ulrike geplaudert haben, ist es auch schon Zeit zum Abendessen. Wir probieren die Taverne “Agkira” aus, von der wir schon viel Gutes gehört haben. Zu Recht !!!

2. Tag:

Endlich ! Nach über einem Jahr Abstinenz kann ich wieder Ulrikes leckeres Frühstück geniessen ! Nicole ist (obwohl Frühstücksmuffel) ebenfalls sehr angetan…

Danach spazieren wir zur Bushaltestelle und warten auf den Bus, der uns nach Pythagorion bringt. Traditionell führt uns der erste Weg auf einen Kaffee in Sandys Büro,aber bald zieht es uns wieder hinaus, um den schönen Ort zu erkunden.

Um die Mittagszeit können wir bei Sandy den Chevrolet Matiz abholen, der uns dann zu einer der größten Sehenswürdigkeiten der Insel bringt: LIDL ! ;-) Nachdem wir uns dort ein wenig mit Keksen und Getränken eingedeckt haben, entschließen wir uns, einen Abstecher zu Mykali-Strand zu machen. Kaum haben wir dort das Auto abgestellt, als auch schon eine Frau heftig winkend auf sich aufmerksam macht. Wie lustig: Beate und Hans hatten die gleiche Idee…

Nach einer Plauderpause müssen wir aber wieder weiter: Wir haben uns mit Peter S. und seiner Frau in Pythagorion zum Kaffe verabredet. Es wird ein schöner, entspannter Nachmittag. Peter und Fotini erzählen von ihren viele Samosreisen und selbstverständlich ist auch die Samoshilfe e.V. ein Thema.

Den Abend verbringen wir bei Susi und Yiannis in ihrem neuen “Café Omikron” und geniessen eine “Ireon-Platte”.

3. Tag:

Nachdem uns Sandy schon am Vorabend den Matiz gegen den Suzuki Jimny ausgetauscht hat, können wir gleich nach dem Frühstück starten. Wir fahren über Paleokastro und Agia Zoni nach Samos-Stadt, wo wir einen Parkplatz entdecken, der für gehfaule Urlauber unheimlich praktisch gelegen ist. Die paar Meter zum Archäologischen Museum schaffen wir mit Links. Durch meine wechselnden Reisebegleitungen ist dies nun mein 3. Museumsbesuch in Folge und ich kann den “Kouros” fast schon wie einen alten Freund begrüßen. Nach dem Museumsbesuch läßt sich ein Frappé im Museumscafé, das schön schattig im Stadtgarten liegt, natürlich auch dieses Jahr nicht vermeiden…

Eine Weile später sind wir unterwegs in Richtung Kerveli, wo wir uns gleich in der Taverne “Haravgi” stärken müssen. Netterweise werden den Tavernengästen kostenlos Liegestühle zur Verfügung gestellt, die wir auch gerne im Anspruch nehmen und es uns im Schatten einer Tamariske gemütlich machen. Aber nicht lange, denn es zieht mich zu meinem ersten Schnorchelgang. Ich bin begeistert. Kerveli ist eine der besten Buchten auf Samos um die Unterwasserwelt zu erkunden.

Anschließend fahren über Possidonio nach Klima und nehmen für den Rückweg die Schotterpiste in Richtung Psili Ammos.

Den Abend verbringen wir mit Freunden und dem erfolgreichen Versuch, den mitgebrachten Konstanzer Spätburgunder “verdunsten” zu lassen…

4. Tag:

Beate wollte schon immer mal nach Leka und ich hatte ihr versprochen, sie dorthin zu bringen. Also holen wir sie nach dem Frühstück in Kokkari ab und fahren über Karlovassi und einige unvorgesehene Umwege nach Leka. Nach einem Bummel durch dieses schöne und typische Dorf geht es weiter durch ausgedehnte Laub- und Kiefernwälder zum Bergdorf Nikoloudes. Meine Begleiterinnen weigern sich, wegen “ein paar Häusern und einem Baum” das Auto zu verlassen, also mache ich mich allein mit meiner Kamera auf den Weg. Hier oben beginnen sich nun langsam auch schon Herbstfarben zu zeigen und es ist sehr, sehr ruhig…

Den Beginn der Schotterpiste zum Potami-Strand finden wir nicht, also nehmen wir den Umweg über Karlovassi. Es ist sehr windig, daher verzichten wir auf ein Bad und spazieren dafür am romantischen Bach entlang. Nach einer Kaffeepause an der Pnaka-Quelle bringen wir Beate wieder nach Kokkari und machen uns auf den “Heimweg” nach Ireon.

5. Tag:

Wie üblich frühstücken wir gemütlich und unterhalten uns mit den netten anderen Gästen. Dann geht es los, an Pagondas vorbei zum Kloster Evangelistrias, das an der Piste zum Tsopela-Strand liegt. Noch ist allerdings nicht Badezeit, also geht es weiter über Pirgos nach Neochori, dort auf eine etwas abenteuerliche Betonpiste und schließlich die Straße nach Koumeika. Weiter geht es auf der seit einigen Jahren asphaltierten Straße nach Ormos Marathokampou. Ein Frappé am Hafen, ein Bummel durch den Ort und dann auf nach Balos. Dort finden wir die empfohlene Taverne “Esperos” leider schon geschlossen vor. Aber das “Akrogiali” stärkt uns mit Oktopussalat, Calamares und dem allgegenwärtigen Bauernsalat. Den Rest des Nachmittags vertrödeln wir am schönen Strand mit Schnorcheln und (Sonnen-) Baden.

6. Tag:

Es ist immer noch sommerlich heiß, also ersparen wir uns den Fußmarsch und rumpeln mit dem Jeep am Pappas Beach vorbei ans Aspros Kavos, eine von weißen Felsen eingerahmte Bucht.

Normalerweise ist es dort sehr einsam, aber heute kommen immer wieder Wanderer und Badelustige vorbei. Wir verbringen den Vormittag mit Schnorcheln und Sonnenbaden, bis wir vor der Mittagshitze wieder in unsere Pension flüchten. Nach einer Ruhepause fahren wir dann noch einmal nach Samos-Stadt, es gelüstet uns nach Shopping… Leider sind wir etwas spät dran (im Jahr und am Tag) und so haben die meisten Geschäfte schon geschlossen. Wir stärken uns also mit belegtem Baguette und frischen Orangensaft auf der Terrasse des Hotel Samos und fahren wieder zurück nach Ireon, um dort noch ein wenig durch die Bars zu ziehen…

7. Tag:

Wir beschließen beim Frühstück, noch einmal nach Pythagorion zu fahren. Diesmal erkunden wir das alte Viertel rund um die Metamorphosis-Kirche und entscheiden uns dann für ein Mittagessen in der Taverne “I Trata” am Remataki-Strand. Die Vorspeisenplatte macht uns beide gut satt und die Aussicht auf die Badegäste, die den Strand unterhalb der Taverne bevölkern, trägt sehr zu unserer Unterhaltung bei.

Zurück in Ireon müssen wir uns leider mit Kofferpacken beschäftigen.

Abends treffen wir uns mit einigen anderen Pensionsgästen zum Abschiedsessen im “Agkira”.

8.Tag:

Die Geschehnisse dieses Tages lassen sich in wenige Worte fassen: Frühstück, Koffer ins Auto gepackt, Abschied von Ulrike und Jannis, zum Flughafen gefahren, Auto an Sandy übergeben und uns verabschiedet, Check In, Boarding… Und TSCHÜS !

September 2006

Musste meinem Mann Martin unbedingt mal meine Trauminsel zeigen…

1. Tag:

Nach einem ruhigen Flug, der typischen Samos-Landung und einer recht zügigen Kofferausgabe treten wir aus dem Flughafengebäude. Unsere Gastgeberin Ulrike erwartet uns wie besprochen und wir werden aufs Herzlichste begrüßt. Auch Sandy, unser Lieblings-Autovermieter ist da. Ich freue mich, ein bekanntes Gesicht zu sehen, und fühle mich schon ein bisschen zu Hause. Schnell ist unser Gepäck in Ulrikes Golf verstaut und schon geht es durch die fortgeschrittene Dämmerung nach Ireon.

In der Pension Ermioni angekommen, beziehen wir unser Zimmer, machen uns ein wenig frisch und spazieren in Richtung “Yiannis Taverne”, wo wir uns mit den Animal-Care-Transportfahrern Jörg und Max zum Abendessen verabredet hatten. Da die beiden unser Treffen nicht gerade geheimgehalten hatten, wächst der Vierertisch im Laufe des Abends um vier oder fünf weitere Personen an und es wird eine sehr lustige Runde. Zum Abschluss müssen wir auf Jörgs Anraten noch den Souma in der Summertime-Bar verkosten, bevor wir uns dann entsprechend bettschwer auf den Heimweg machen dürfen.

2. Tag:

Nur schwer können wir uns von der schönen Frühstücksterrasse unserer Pension losreißen. Martin hatte sich für die Variante “Pythagorion zu Fuß” entschieden, also müssen wir langsam los.

Wir bummeln durch Ireon, überqueren die Imvrassos-Brücke und spazieren an der Strasse entlang zum Heraion. Puuuh, schon ganz schön heiß… Nach einem Rundgang über das Ausgrabungsgelände setzen wir unseren Weg über den Busparkplatz und einen Trampelpfad in Richtung Strand fort. Einige kleine Klettereien und wir erreichen die Strandpiste, die uns bis Potokaki führt.

Auf der Asphaltstrasse geht es dann weiter, mit einem kleinen Abstecher zu den Römischen Thermen, nach Pythagorion.
Die Wanderung hat uns seeehr hungrig und durstig gemacht, also stärken wir uns gleich in der Taverne “Varka”.
Anschließend bummeln wir ein wenig durch den Ort, bevor wir den Bus zurück nach Ireon nehmen.

3. Tag:

Pünktlich um 9.00 Uhr steht Sandy an unserem Frühstückstisch. Wir hatten bei ihm für 3 Tage einen Jeep (Suzuki Jimny) reserviert,
mit dem wir nun Samos erkunden wollen.

Die Formalitäten, incl. einer eingehenden Fahrzeugeinweisung für Martin, sind schnell erledigt. Noch eben die Tasche für unterwegs gepackt und los geht’s.

Über Pythagorion und Paleokastro fahren wir in den Osten der Insel. Den ersten Halt machen wir am Kloster Zoodochou Pigis. Nach einem kleinen Rundgang in der gepflegten Klosteranlage geniessen wir die traumhafte Aussicht bis zur Bucht von Kerveli und zur türkischen Küste. Anschliessend geht es über Kamara in Richtung Samos-Stadt.

Am Amphitheater oberhalb von Ano Vathi parken wir unser Auto und spazieren durch die Gassen der Altstadt hinab in die Inselhauptstadt.
Wir verlaufen uns zum Glück ein wenig und stoßen dadurch auf die Feuerwache. Nachdem (mein Feuerwehrmann) Martin die Fahrzeuge sachkundig beäugt hat, können wir weiter zur Agios Spiridonas Kirche.

Ein kurzer Bummel über den kleinen Markt und dann auf ins Archäologische Museum. Obwohl dies bereits mein zweiter Besuch ist, faszinieren mich die Ausstellungsstücke erneut. Fast schon traditionell legen wir nach dem Museumsbesuch ein Päuschen im Stadtgartencafé ein.

Wieder oben in Ano Vathi starten wir unseren kleinen Jeep und fahren zurück nach Kamara, wo wir auf die Schotterpiste nach Agia Paraskevi abbiegen. Irgendwo müssen wir wohl eine Abzweigung falsch genommen haben, denn plötzlich stehen wir auf dem Gipfel des Profitis Ilias, oberhalb von Samos-Stadt. Egal, da wollten wir später sowieso noch hin. Nachdem wir den tollen Rundblick über Samos-Stadt, die Nordküste und die Inselchen der Nisi-Region genossen habe, rumpeln wir den Berg wieder hinunter und erreichen Agia Paraskevi nun doch noch. Es hat den Anschein, als ob inzwischen nur noch die Taverne “Aquarius” in Betrieb ist, also lassen wir uns kurzerhand dort nieder.

Der Oktopussalat und die gefüllten Zucchini sind sehr lecker und wir freuen uns über die Weintrauben, die uns der Wirt zum Nachtisch bringt.
Satt und zufrieden bummeln wir an der Bucht mit den vielen bunten Fischerbooten vorbei zum hübschen, frisch renovierten Kirchlein.

Dann geht es über die Schotterpiste auf der Nisi-Halbinsel bis zur Livadaki-Bucht. Für die doch recht beschwerliche Anfahrt ist hier ganz schön was los. Und der kräftige Wind bläst ungemütlich direkt in die Bucht hinein. Also rasch Taucherbrille, Schnorchel und Unterwasserkamera parat gemacht, und ab unter die windstille Wasseroberfläche. Leider war der Wellengang zum Fotografieren fast etwas stark und zudem hatte der Wind einiges an Müll in die Bucht getrieben. Also wieder angezogen und in den Jeep gestiegen.

Zurück nehmen wir die Strasse durch Samos-Stadt, legen einen kleinen Einkaufsstop bei “Lidl” ein und machen uns auf den Heimweg.

4. Tag:

Heute wollen wir den “Wilden Westen” von Samos erobern.

Vorbei an Pagondas windet sich die Strasse hoch über der Südküste entlang. Immer wieder blickt man auf das Inselchen Samiopoula und kann im Dunst Fourni erkennen. Dann geht es durch Ormos Marathokampou und Votsalakia immer weiter in den Westen.
Hinter Limnionas begegnen uns kaum noch andere Autos.

Am Ortsrand von Kallithea biegen wir auf die Schotterpiste Richtung Panagia Makrini ab und rumpeln in die Berge.

Obwohl die Gegend sehr einsam ist, ist die Piste doch erstaunlich gut ausgeschildert und wir erreichen problemlos die wunderschön im Wald gelegene Ai Ekatherini-Kapelle. Von hier aus geht es zu Fuß weiter, erst noch ein Stück auf der Schotterstrasse, dann auf einem kleinen Felspfad. Obwohl wir beide gute Wanderschuhe tragen, ist der Weg sehr beschwerlich und durch lose Steine auch nicht ungefährlich.

Da wir in dieser abgelegenen Gegend nicht besonders erpicht auf einen verknacksten Fuß oder ähnliches sind, geben wir unser Vorhaben, die Höhlenkirche Panagia Makrini zu besuchen, auf, gehen zurück zum Auto und machen uns auf den Weg nach Drakei. Leider ist dieser Ort hier oben nicht ausgeschildert, und so nehmen wir im Gewirr der Schotterstrassen einfach immer die bergab führenden Pisten, was uns erstaunlicherweise tatsächlich nach Drakei bringt.

Auf dem Dorfplatz werden wir schon von weitem vom Tavernenwirt Kostas mit “Hallo, hallo” und anschliessend per Handschlag begrüßt und mit einigen deutschen Höflichkeitsfloskeln auf die Dachterrasse seiner Taverne komplimentiert. Die Geschichten die im Internet von Kostas kursieren, reichen von “gräßlicher Mensch” bis “Kultstatus” – das hat mich neugierig gemacht. Auf jeden Fall ist der Aufenthalt bei Kostas ein Erlebnis. Und die Kochkünste seiner Frau sind hervorragend.

Auf dem Heimweg machen wir noch einen Bade- und Schorchelstop in Limnionas und decken uns dann in einem Verkaufshäuschen kurz vor Pirgos noch mit Honig und Bergtee ein. Anschliessend geht es zurück nach Ireon.

5. Tag:

Martin hat heute keine Lust mehr auf Schotter, also fahren wir nach dem Frühstück nach Pythagorion und schauen auf einen Kaffee in Sandys Büro vorbei. Dann geht es weiter zum Kloster Timiou Stavrou.

Offensichtlich haben die Mönche heute keine Lust auf Besuch, denn das Klostertor ist fest verschlossen. Wir amüsieren uns über einige andere Touristen, die verzweifelt versuchen, das Tor zu öffnen: “Da steht geöffnet ab 9.00 Uhr, also muß doch…” und fahren im Bogen über Mavratzei zurück auf die Hauptstrasse.

Über Chora und Mytillinii erreichen wir die Nordküste und fahren nach Vourliotes. Wir spazieren durch das Dorf und anschliessend auf der Strasse zum Kloster Moni Vronda. Es ist der Tag des Heiligenfestes, deshalb ist die älteste Klosteranlage der Insel, die durch die Waldbrände im Jahr 2000 schwer beschädigt wurde, heute geöffnet.

Nach einem kurzen Rundgang wandern wir zurück zum Auto und fahren das kurze Stück bis zur Taverne an der Pnaka-Quelle.

In dieser lauschigen Oase geniessen wir den besten frischgepressten Orangensaft der Insel und lassen uns ein kleines Mittagessen schmecken.

Anschliessend machen wir es uns ein wenig am Tsabou-Strand gemütlich. Der Wellengang ist wieder einmal zu stark um unter Wasser zu fotografieren. Mit Händen und Füssen an Felsen verkeilt, gelingen mit trotzdem einige gute Aufnahmen und ich freue mich, meinen ersten Oktopus ablichten zu können.

Gegen Abend treffen wir uns mit den anderen Gästen der Pension Ermioni auf der Terrasse: Ulrike und Jannis haben zum Loukoumades-Essen geladen. Es wird eine nette Runde und wir unterhalten uns prächtig.

6. Tag:

Ich wache viel zu früh auf. Eine gute Gelegenheit, um den legendären Sonnenaufgang in Ireon zu bewundern und zu fotografieren.

Um 6.15 Uhr bin ich am Strand: Es ist noch recht dunkel, nur ein roter Streifen zeigt sich schon hinter dem Kap Mykale. Im Laufe der nächsten 45 Minuten bietet sich mir ein grandioses Schauspiel. Ich freue mich, daß ich die Gelegenheit genutzt habe.

Später taucht Jörg überraschend an unserem Frühstückstisch auf.
Er hat für den Tag noch nichts vor, also beschliessen wir, gemeinsam nach Mili zu wandern. Wir wollen den Weg am Imvrassos entlang nehmen. Unterhalb der Imvrassos-Brück entdecken wir einige Sumpfschildkröten, die sich sonnen. Eine Kröte hat es sich auf einem weggeworfenen Pizzakarton gemütlich gemacht.

Vorbei an Obstgärten und Olivenplantagen spazieren wir ins Landesinnere. In Mili angekommen, machen wir es uns unter den Maulbeerbäumen auf der Platia gemütlich. Jörg wird als früherer Stammgast der Dorfes sogleich erkannt und angesprochen.

Nach einem Dorfrundgang wandern wir auf “Jörgs Geheimpfaden” zurück nach Ireon, lassen uns in der Summertime-Bar sensationelle Eisbecher schmecken und verabreden uns zum Abendessen bei Susi und Yiannis (”Yiannis Taverne”)

7. Tag:

Wieder einmal dürfen wir uns an Ulrikes phantastischem Frühstück erfreuen. Jeden Tag bleiben wir noch etwas länger sitzen und ratschen mit den netten anderen Gästen. Es sind lauter Gleichgesinnte, die die familiäre Atmosphäre einer kleinen aber feinen Pension jedem Luxushotel vorziehen.

Später als sonst brechen wir auf. Wir wandern am Pappas Beach vorbei immer weiter nach Süden. Bei einer Hausruine biegen wir auf den Pfad Richtung Meer ab und erkennen schon bald den weißen Felsbogen des Asprokavos. Wir breiten uns auf einer Felsterrasse aus, bereiten Schnorchelzeug und Unterwasserkamera vor und tauchen gleich darauf in eine besonders schöne Unterwasserwelt ein. Wir sehen für das Mittelmeer erstaunlich bunte Fische, ein leuchtend orangeroter Kalkröhrenwurm breitet seine Tentakelkrone aus und unter einem überhängenden Felsen entdecke ich einen recht großen Oktopus.

Kaum halte ich ihm die Kamera “vor die Nase”, wird er schlagartig blaß – oh Sorry ! Also die Kamera etwas weiter weg und der Krake nimmt wieder seine normale Farbe an. Toll !

Auf dem Rückweg machen wir Rast in der Taverne am Pappas Beach, essen eine Kleinigkeit und amüsieren uns über die zahme Krähe, die über Stühle und Tische hüpft und zwischendurch schon mal ein Möbelstück mit einem “Klecks” dekoriert…

Unser letzter Abend auf Samos bietet dann Anlass zu einer lustigen kleinen Abschiedsfeier unter Freunden in der “Anemos Bar”.

8.Tag:

Nach unserem letzten Frühstück heißt es Abschied nehmen, was uns richtig schwer fällt. Wir haben Ulrike und Jannis als besonders nette Gastgeber kennengelernt und würden es problemlos noch länger bei ihnen aushalten. Aber zu Hause warten unsere 3 Kinder samt Oma sehnsüchtig auf unsere Rückkehr…

Als letztes Highlight dürfen wir auf dem Weg zum Flughafen noch den Formel 1- Fahrstil unseres Taxifahrers geniessen…

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