samos_07_02

Pythagoras ? Oh je…

Na gut, ich gebe es zu: Es gab Zeiten, da konnte ich diesen Mann absolut nicht leiden ! Mathematik war nun wirklich nicht mein Stärke und auch wenn ich den Satz des Pythagoras gerade noch so begriffen habe, fing damit das ganze Elend ja erst an… Deswegen habe ich diesen alten Griechen nach Ende meiner Schulzeit ganz schnell vergessen.

Wiederbegegnet bin ich ihm erst 2004, bei meinem ersten Samos-Urlaub, den wir ausgerechnet in Pythagorion verbracht haben. Der Ort ist nach Pythagoras benannt ? Meinetwegen… Bietet sich ja an, wenn man so einen berühmten Sohn hat… Sogar ein Denkmal hat man ihm auf die Hafenmole gestellt… Sieht nicht mal schlecht aus…

Etwas sympathischer wurde mir der Herr Pythagoras, als ich gehört habe, daß er mit dem Tyrannen Polykrates nicht ganz einverstanden war, dies auch offen bekundet hat und sich deswegen erst in eine Höhle* am Fuß des Kerkismassivs flüchten und später dann nach Italien absetzen musste.

Wenn er nun auch noch die Weisheiten, die ihm zugeschrieben werden, tatsächlich selbst verfasst hat, fange ich doch tatsächlich an, ihn zu mögen…

Dieses hier zum Beispiel:

Die kürzesten Wörter, nämlich “ja” und “nein”, erfordern das meiste Nachdenken.

Oder das:

Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als schweigen.

Und hierfür erkläre ich ihn glatt zu meinem altgriechischen Lieblingsphilosophen:

Das Gestern ist fort, das Morgen nicht da. Lebe also heute.

*Anm.:  Mindestens zwei “Pythagoras Caves” können besichtigt werden, es gibt aber bestimmt noch mehr davon auf der Insel… ;-)

P.S.: Für alle, die den Satz des Pythagoras immer noch nicht verstanden haben, hat die Berliner Rockband Knorkator eine sehr schräge und eindrückliche Nachhilfe geschaffen: “Wie weit ist es bis zum Horizont “ . Die zweite Stimme wird hier übrigens nicht von einer jungen Dame vorgetragen. Es ist Sänger Stumpen selbst, der neben einer klassischen Gesangsausbildung auch noch die Gabe der Kopfstimme besitzt. Die Band hat sich 2008 aufgelöst.

2 Kommentare zu “Pythagoras ? Oh je…”

  1. PeMo sagt:

    Der Satz des Pythagoras stellt einen einfachen Zusammenhang zwischen den Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks her. In jedem rechtwinkligen Dreieck ist das Quadrat über der Hypotenuse gleich der Summe der Quadrate über den Katheten. So weit so gut!

    Noch erstaunlicher ist doch, daß:

    1) 3 (zum Quadrat) + 4 (zum Quadrat) = 5 (zum Quadrat)
    Die Größe der vom rechtwinkligen Dreieck in diesem Fall eingeschlossenen Fläche ist 6!

    2) die Kathede mit der Länge 3 (die drei ist die Zahl des Göttlichen) senkrecht auf der Kathede mit der Länge 4 (die vier ist die Zahl für die Welt, die Materie) steht.

    3) Und die Seite mit der Länge 5, die Hypotenuse (die 5 steht für den Menschen) die beiden verbindet.

    4) Die eingeschlossene Fläche im Dreieck ist Sex! ;)

    5) Aber daß Ganze klappt nur, wenn alles in eine höhere Potenz erhoben wird! :)

    • anja sagt:

      Danke für die weiteren Ausführungen dazu, Peter
      (war es Souma oder Grappa? :o).

      Jetzt kenne ich auch eine mögliche Ursache für meine damalige mittelschwere Dyskalkulie: “Zwischenmenschliche Mathematik” steht an klösterlichen Mädchenschulen definitiv nicht auf dem Lehrplan… ;o)

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